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War Karl der Große Handballer? - Wie die HSGLO in Hille mit 26:24 gewann

11.10.2012 - 1. Herren

An dieser Stelle erwartet der Leser sicher eine metaphorische Sprache, gibt doch der Gegner vom vergangenen Wochenende mit seinem Namen genügend Anlass: TV Sachsenroß Hille. Doch darauf sei verzichtet. Wer das braucht, der lese die Berichte der vergangenen Jahre.

Eine viel spannendere Frage ist doch: Was hat Hille mit den Sachsen und mit Pferden zu tun? Taucht man in die deutsche (Regional-) Geschichte ab, stößt man auf den Christen und Sachsenschlächter Karl den Großen und seinen Gegenspieler, den Sachsenherzog Widukind und…
Genug! Die beiden haben gefochten, Karl gewann und Widukind ließ sich taufen. Handball war noch nicht erfunden.
    
Am vergangenen Wochenende war „Karl“ wieder in Hille!!!

In der 57. Spielminute der Begegnung TV Sachsenroß Hille gegen die Handballsportgemeinschaft Löhne-Obernbeck dokumentiert die Anzeigentafel einen Spielstand von 23:24 für den Gast bei Ballbesitz Hilles. Timeout und Schweißentfernung auf dem Parkett. Anlass für HSG-Coach Matthias Wieling zu einer Kurzansprache: „Hey Jungs, jetzt sind wir da, wo wir vor dem Spiel hinwollten. Nun macht es nicht wieder kaputt“!
Die HSG hatte der großen Substanz der Gastgeber über die gesamte Spielzeit Paroli geboten und auf allen Positionen Leistungsbereitschaft gezeigt.

Keeper Finke hielt den Gast zu Beginn der Partie mit ganz hoher Quote im Spiel und ermöglichte eine 9:6 Führung in der 24. Minute. Da hatten seine Mitstreiter schon zwei Marken und drei Tempogegenstöße ausgelassen. Statt 15:12 für die HSG hieß es zur Pause 12:10 für Hille.

Im zweiten Durchgang legten die Rösser ein 13:10 vor, ehe Löhne beim 14:14 egalisieren konnte, was bis zum 22:22 auch die Hauptaufgabe der Gäste blieb. Hille legte vor, Obernbeck glich aus.

In dieser Phase deutete sich die spätere rote Karte gegen die Hiller Nr. 19, Niklas Fiestelmann, schon an. Als der Rechtsaußen beim Angriff seiner Mannschaft die Spannung kaum noch verarbeiten konnte, wurde er von seinem Halbrechten Henning Bringewatt (Nr.7) mit den Worten „Komm, spiel Handball und sei still“ beruhigt. Dem Ohrenzeugen drängte sich der Gedanke des betreuten Handballspielens auf und der Blick Fiestelmanns verhieß nichts Gutes. Seine anschließende Provokation gegen Dominik Möller war zunächst erfolgreich, doch nach einer Unsportlichkeit gegen Marcel Büscher hatte er Feierabend.  

Eine Kausalität zwischen Fiestelmanns Ausscheiden und  der Hiller Niederlage ist jedoch spekulativ und eher unwahrscheinlich.

Die Hauptrolle in der Schlussphase übernahm Tobias Finke. Der Obernbecker Keeper (insgesamt 19 Paraden) trug maßgeblich mit dazu bei, dass die Partie ein anderes Ende nahm, als von Hille gedacht.

Christian Brockschmidt behielt bei vier Marken die Nerven und versenkte, Maxl Stöckmann und Thorsten Bergmann trafen aus dem Rückraum, Lennart Nienaber, Lukas Stuke und Martin Elias von den Außenpositionen. Die HSG verzeichnete in den letzten 15 Minuten nur noch zwei Fehlwürfe und setzte das Trainerkonzept, aus einer starken Defensive zu agieren und die Angriffe auf den Punkt zu spielen, weitgehend um.

Der Erfolg war verdient und Wielings Jungs hatten sich nichts mehr kaputtmachen lassen; „Karl“ hatte wieder gesiegt.

HSGLO: Finke, Michalik; Nienaber 1, Bergmann 4, Kastner 2, Möller, Stöckmann 8, Brockschmidt 4/4, Stuke 1, Elias 1, Piper, Biermann, Büscher 5, Zimmermann

P.S. Nachdem es zuletzt zu Verwirrungen bei der Lektüre der Berichte kam, sei im Folgenden für die Herren S. eine Erläuterung besonderer Wörter nachgereicht.

Glossar
metaphorisch - bildhaft
Kausalität - Beziehung zwischen Ursache und Wirkung
spekulativ - auf bloßen Mutmaßungen, nicht auf bekannten Tatsachen, beruhend
regional - auf ein Gebiet begrenzt
Timeout - Auszeit
agieren - handeln, machen, tun
dokumentieren - darstellen    
Provokation - gezieltes Hervorrufen oder Herausfordern


Von: Andreas S.
Handball.de