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Trotz deutlicher Niederlage Schritt nach vorne gemacht

16.09.2012 - 1. Herren

Als Dirk Schnake(lowski) in der 47. Minute die Löhner Bank passierte und reklamierte, sein Team spiele gegen neun, löste diese kühne Äußerung beim Chronisten Verwunderung aus.

Gerade hatte Sören Hersemann für die Gastgeber einen Siebenmeter, der mit einer Zeitstrafe gegen die HSGLO versehen war, verwandelt, den es nicht hätte geben dürfen. Derselbe Spieler hatte sich zuvor im Gerangel mit Thorsten Bergmann für alle sichtbar den Ball auf den eigenen Fuß gespielt. Ein Blitzlicht der 60 Minuten mit Realitätsgehalt gegen 100 %.

An dieser Stelle könnte jetzt von einseitig ausgelegten 50-50 Entscheidungen die Rede sein, doch das erscheint müßig. Die Wahrnehmungen bezüglich der Unparteiischen eines Handballspieles sind bei den Beobachtern selten deckungsgleich. Soweit kommt das noch, dass da Einigkeit herrsche.

Die Euronen spielen einen starken Handball, körperlich sehr präsent und geschmeidig schnell, im Abschluss effektiv und deckungsstark. Das Ergebnis von 29:22 (16:7) spiegelt das in aller Deutlichkeit wider. Ein Euro-Chronist würde nun die Vorzüge seiner Mannschaft, die durchaus vorhanden sind, weiter ausschmücken…

Der HSGLO-Chronist tut das nicht. Denn die Dinge liegen nur scheinbar so und es gibt noch eine andere Wahrheit. Von der ersten Hälfte sei nur erwähnt, dass Kaptain Rob und seine Hochseefischer nach gutem Start (4:2) klare Dinger ausließen und anschließend von Sören Hersemann und Co. fast versenkt wurden (7:16). Als Marcel Büscher mit Rot von Board musste (13. Minute), befand sich die HSGLO schon auf Tauchgang. Denn ab der 22. Minute spielte EURO mit Löhne Schiffe versenken, wobei das Wieling-Team mit zehn Fehlwürfen und neun technischen Fehlern die Gastgeber kräftig dazu einlud.

Beim Halbzeitbier auf dem Hof der Sporthalle wurde die eventuelle Höhe der Niederlage diskutiert, ein Auftauchen des blauen U-Bootes fand keine Erwähnung. Zeitgleich bereitete Trainer Matthias Wieling jedoch genau dieses Manöver vor. Er hatte seine Truppe wie zu Beginn der Partie hervorragend eingestellt und nach sechs Minuten hatten die Obernbecker ein 5:0 vorgelegt, auf 12:16 verkürzt und wieder Sichtkontakt. Zwei technische Fehler brachten die Euronen zurück ins Spiel, doch gelang es Dirk Schnake nicht mehr, seine Mannschaft wie in der ersten Hälfte einzustellen.

Im Gegenteil wechselte er sich nun verstärkt ein, um sein Team auf Kurs zu halten, was am Ende gelang. Trotzdem ging die zweite Hälfte verdient mit zwei Toren an Löhne. Der EURo-Chronist würde an dieser Stelle sicher das Wort ergreifen wollen, doch es wird ihm nicht erteilt.

Stattdessen steht hier der Kommentar von Obernbecks Coach: „Die HSG EURo ist ein Spitzenteam, mit dem wir uns nicht um die Plätze in der Tabelle streiten werden. Trotzdem hat meine Mannschaft im zweiten Durchgang den Weg eingeschlagen, den wir beschreiten wollen“.

Was bleibt sind insgesamt 17 Fehlwürfe und 15 technische Fehler, die den Weg durch die nächsten Trainingstage weisen werden. Und noch etwas: Die Handschrift von Matthias Wieling ist unverkennbar und die Mannschaft entwickelt sich, doch sie braucht Ruhe und Zeit. Beides wird gewährt.

Das Team: Finke/Michalik; Nienaber 1, Bergmann 5/1, Kastner 5, Stöckmann 5, Stuke 1, Pieper 1, Zimmermann 4/1, Möller, Brockschmidt, Biermann, Büscher


Von: Andreas S.
Handball.de